Montag, 4. Juni 2018

Great Sand Dunes

Also zum Teil war es hier im Westen der USA schon sehr sandig. Der ist auch richtig fein, wie man ihn sich am Strand wünscht. Aber jetzt war ich im Great Sand Dunes NP und da sind halt mal die höchsten Sanddünen Nordamerikas. Die größten sind über 200 Meter hoch; und das in den Bergen - der Nationalpark liegt über 2000 Meter hoch. Die Dünen sind auch nur auf einem recht kleinen Gebiet, so dass man das Grasland die Wälder, die Berge und eben den Sand auf einmal sieht. Erinnert mich ein wenig an ein Gemälde von Dali.






Wenn man dann voll bepackt mit Zelt und Ausrüstung durch den Sand stapft merkt man erstmal wie hart 100 Höhenmeter sein können. Man rutscht ständig runter und sinkt bis zum Knöchel in den Sand ein. Aber macht schon auch irgendwie Spaß. Als es dann aber richtig windig wurde war der Spaß vorbei. Erstens wird das gehen noch schwerer und zweitens tun so kleine Sandgeschosse auf der Haut doch recht weh. Und zur Erinnerung ist dann überall Sand drin. Selbst die Haare sind durchzogen davon, besser als jedes Gel.

Freitag, 1. Juni 2018

Anasazi-Indianer

Die Anasazi waren vor mehr als 700 Jahren im Südwesten der USA Indianer. Sie haben in diesen eher unwirtlichen Gegenden für mehrere Jahrhunderte gelebt und zum Teil mehrstöckige Gebäude gebaut. Diese wurden erst im späten 19 Jhd durch die ersten Hochhäuser in Chicago übertroffen. So, und warum kennt man dann die Indianer kaum in Deutschland? Vermutlich weil sie nicht bei Karl May oder in anderen Western vorkommen. Was auch richtig ist, sie sind schließlich im 13 und 14 Jhd verschwunden. Da es dort auch keine Schrift oder ähnliches gab, weiß man leider nicht allzu viel.

Ich war in verschiedenen Ecken wo die Anasazi gelebt haben, mit am bekanntesten ist Mesa Verde. Dies liegt daran, dass die Indianer dort in Höhlen, Nischen oder wie man es auch nennen möchte ihre Häuser errichtet haben. Dort waren sie vorm Wetter geschützt und deswegen steht heute noch viel. Die Landwirtschaft wurde oben auf dem Plateau gemacht, so dass man auch seine tägliche Kletterei hatte.

Warum sie am Ende in den Süden weitergezogen sind, ist noch umstritten. Vermutlich waren es mehrere Gründe und es war auch nicht so, dass auf einmal alle losgezogen sind, sondern über Jahrzehnte sind immer wieder welche losgezogen, bis am Ende alle weg waren.
Fairnisshalber und interessanterweise muss man sagen, dass die dort mehrere Jahrhunderte durchgehalten haben, die jetzigen Einwohner bisher nur ein paar Jahrzehnte. Mal schauen ob man es diesmal schafft dort langfristig zu siedeln.





Was man auch noch sehen konnte sind hektarweise abgebrannte Wälder. Meist durch Blitzschlag gibt es da alle paar Jahrzehnte größere Feuer. Da derzeit (heißt so viel wie seit 50 Jahren) eine starke Dürre ist, braucht so ein Wald halt auch 300 Jahre bis er wieder da ist. Das untere Bild stammt von einem Feuer aus den Siebzigern. Die aktuellen Brände, also nur 15 Jahre alt, sehen genauso aus. Man merkt kaum eine Erneuerung der Natur.


Mittwoch, 30. Mai 2018

Natural Bridges NM

Auf dem Weg zu den Anasazi (dazu mehr beim nächsten Post) habe ich halt im Natural Bridges NM gemacht. Dort sind auf engen Raum drei natürliche Steinbrücken. Die größte davon soll auch die zweitgrößte der USA sein. Man kann in einer Rundwanderung alle drei in vier Stunden erlaufen. Die sind also so richtig nahe. Die meisten finden das total besonders und gar mythisch, dass die so konzentriert sind. Als Hobbystatistiker muss ich sagen, dass es jede Menge solcher Brücken in Utah gibt und es wäre komisch wenn nicht irgendwo so ein Cluster ist. Das man dann dort auch ein National Monument hinpackt ist natürlich auch kein Wunder. Dennoch sind die Brücken imposant und beeindruckend, nur halt nicht mythisch ;)




Lustig war noch ein Park Ranger. Sie hat einen Vortrag zu Klapperschlangen gehalten. Das war jetzt nicht so lustig, aber ganz interessant. Lustig war, dass sie Rehkopf heißt, was als Park Ranger echt passend ist. Natürlich wusste sie von der Bedeutung und ich hab dann auch gleich die Familiengeschichte erfahren.

Sonntag, 27. Mai 2018

Moab, Arches NP und Canyonlands NP

Am letzten Montag im Mai ist in den USA Memorial Day. Da wird den gefallenen Soldaten gedacht. Praktisch gesehen ist es aber ein Feiertag und der inoffizielle Sommeranfang in den USA. Das hat zur Folge, dass an dem Wochenende die höchsten Besucherzahlen in Nationalparks etc. verbucht werden. Hotels, Campingplätze und so weiter sind natürlich auch voll. Dementsprechend habe ich mich am Donnerstag für vier Tage zwischen zwei Nationalparks einquartiert. Der Arches NP dürfte vielen bekannt sein, der Canyonlands ist da schon unbekannter.

Wie der Name sagt ist der Arches berühmt für seine vielen Bögen. Dort gibt es aber noch ein weiteres echtes Highlight - Fiery Furnace. Das ist eine Gegend im Park die man nur im Rahmen einer Tour besuchen kann oder mit einer Genehmigung. Da die Touren (Memorial Day) auf Tage hinaus ausgebucht waren bin ich da halt alleine rein. Es gibt dort keine echten Wege, eher so ne grobe Route. Man darf aber alles auf eigene Faust erkunden. Das ganze ist dann mit Kletterei und vielen Sackgassen verbunden. Macht aber schon Spass, ist aber doch anstrengend und durch jeden Slot Canyon kann sich auch nicht jeder durchzwängen :)






Im Canyonlands war für mich die Besonderheit und das schönste, dass man von einen Plateau auf das nächste mit Canyon schaut. War echt ein richtiger toller Anblick.
Vom Wandern her eher unspektakulär, bin aber einmal auf das erste Plateau runter gegangen, nur um dann in der Mittagshitze wieder hoch zu müssen. War zumindest auch mal was nicht alltägliches. (Wenn man das erste Bild vergrößert kann man hinten mitte rechts den Weg sehen, den ich runter gegangen bin. Viel Schatten hat es da leider nicht auf dem Rückweg.)





Donnerstag, 24. Mai 2018

Flaming Gorge und Dinosaur NM

Nach Salt Lake City bin ich über Flaming Gorge in Richtung Arches NP gefahren. Das war dann auch der erste Tag der ziemlich ins Wasser gefallen ist. Ich habe selten so viele Blitze ohne Donner erlebt. Nur als einer echt nah runter gegangen ist gab es einen dumpfen Knall. Wie im deutschen Museum bei der Hochspannungvorführung. Da wird doch nicht etwa ein Zusammenhang sein ;-)


Also direkt unter der Wolke war es noch lustiger, konnte da aber leider grad kein Foto machen, war irgendwie beschäftigt :(

Naja, am Abend war es dann aber wieder halbwegs ok, so dass ich wenigstens ein wenig die Landschaft erwandern konnte.




Ich hab auch ein ganz gutes Gefühl bekommen, was passiert wenn man vom Blitz getroffen wird.


Am folgenden Tag ging es dann in das Dinosaur National Monument. Da ist eine Wand voller Dinoknochen, die Wand war auch mal viermal so groß, aber die haben natürlich einige Dinos über die Jahre rausgemeißelt. Sind aber noch genug da man darf einige auch anfassen. Was ein wenig albern ist, weil die natürlich über die Jahre dadurch glatt poliert sind und nix vom Original mehr haben. Dennoch eine coole Sache.



Dienstag, 22. Mai 2018

Salt Lake City

Die letzten Tage habe ich mal wieder in einer richtigen Stadt und einem richtigen Bett verbracht. Ich war in Salt Lake City, der Hauptstadt von Utah und den Mormonen.  Und Nein, die haben keine Pferdefuhrwerke, das sind die Amish. Ich war dann auch bei deren Tempel, rein darf man aber nicht. Gibt aber ein Modell mit innenansicht. So spannend ist das aber alles nicht, höchstens die Tatsache, dass da immer zweier-Teams von jungen Damen rumlaufen die einem Fragen beantworten, rumführen oder das Mormonentum näher bringen. Sind aber harmlos.
Natürlich war ich auch am Great Salt Lake, genauer auf Antelope Island. Dort haben die sogar Bisons angesiedelt. Und anscheinend unmengen Stechmücken :(





Samstag, 19. Mai 2018

Great Basin

Die meisten dürften den Great Basin Nationalpark nicht kennen. Er liegt im - Überraschung - im Great Basin. Das Great Basin ist etwa eineinhalb mal so groß wie Deutschland und da ist eigentlich nix :)
Um in den Nationalpark zu kommen fährt man dann auch mal gut 4-6 Stunden hin, je nachdem von wo. Schon lustig wenn man 150 Kilometer geradeaus fährt und man nicht mal 2 Dutzend Autos sieht.
Der Nationalpark selber ist dann ganz anders als das Becken drum herum. Der höchste Berg dort ist über 4000 Meter hoch und hat noch für etwa 20 Jahre einen Gletscher.
Bei meiner ersten Wanderung dort bin ich dann auch auf Schnee gestossen und es wurde immerhin etwas mehr als knöcheltief. Ich weiß auch nicht ob da kürzlich ein Sturm war oder ob es immer so aussieht, aber unzählige Bäume waren umgeknickt. Ich musste bestimmt über zehn Stück klettern die auf dem Weg lagen.




Daneben gibt es im Nationalpark auch die Lehman-Caves. Im wesentlichen Tropfsteinhöhlen, die halt besonders groß sind. Die Führung dazu war auch unterhaltsam und ich habe den Preis für die weiteste Anreise gewonnen. War der einzige ausserhalb der Staaten, die meisten waren aus der Region, bedeutet hier so viel wie weniger als 5 Stunden Anfahrt.


Die Nacht war dann die bisher kälteste, aber konnte wunderbar schlafen und die Aussicht nachts ist es allesamt wert.


Wenn jemand mal also in der Nähe ist kann ich einen Besuch nur empfehlen.

Auf der Rückfahrt hatte ich dann auch was besonderes. Ein Lkw lag quer über die gesamte Straße. Und es ist ja nicht so, dass man dort einen Unfall umfahren könnte, wenn man nicht 200 Meilen Umweg will. Glücklicherweise ist der so umgekippt, dass an der Seite der Straße ausreichend flach war, dass man sogar mit einem normalen Auto dran vorbei fahren konnte. Mir kamen auch noch ein paar Polizeiautos entgegen, keines hatte aber einen Kran dabei.